Neudorfer Karnevalsgesellschaft
Neudorfer Karnevalsgesellschaft

Brauchtum um Fasnacht

Recherchen um das Brauchtum “Fasnacht”

Hätten Sie es gewußt ?

Ursprung des Faschings:

Die Keimzelle des Faschings in Europa liegt vermutlich in den heidnischen Bräuchen wie Fruchtbarkeits-, Dämonen-, Sonnenkult usw. Dabei wollte der Mensch durch Maskierungen, Tänzen und Umzügen den Göttern ähnlich sein. Die Römer brachten in die von ihnen  besetzten Gebiete auch ihr religiöses und weltliches Brauchtum mit, woraus sich im Laufe der Zeit verschiedenen Festabschnitte entwickelten. So wurde im Herbst das Fest der Bacchanalen, also die Weinlese gefeiert, wo die Menschen in Verkleidung von Satyrn und Nymphen den Götter und Pan huldigten. Auch beim Kelterfest, den Fruchtbarkeits- und folgenden Sühneriten im Februar, waren Theaterspiel, Umzüge in Verkleidung und Gelage Höhepunkte der Feiern. In dieser Zeit ruhte die Arbeit, Sklaven waren vom Frondienst befreit und durften durch Verkleidung in die Rollen der Freien schlüpfen und manches lockere Wort sagen, ohne sträfliche Folgen zu riskieren. Da für die Römer das Jahr mit dem März begann, galt die Zeit davor, die heutige Faschingszeit, symbolisch der Reinigung von allem Alten, was man sehr ausführlich mit einem Fest beging. Im Mittelalter fanden in mehreren christlichen Ländern Europas „Narrenfeste“ statt. Zu den üblichen Parodien der kirchlichen Rituale gehörte damals u.a. das Ausrichten einer 'Eselsmesse'. Dabei wurde ein 'Narrenpapst' oder 'Narrenbischof' gewählt, der dann verkleidet auf einem Esel in die Kirche geritten kam. Diesem wurde dann unter lautem Zurufen Lob ausgesprochen und danach ein regulärer Gottesdienst gehalten. Die Fastnacht stand symbolisch für die Herrschaft des Teufels. Ihre wilden Feiern und ausschweifenden Gelage wurden von der Kirche als mahnendes Negativbeispiel geduldet. Mit dem Aschermittwoch endete dann diese sündenvolle Zeit und der Staat Gottes hielt wieder Einzug, der nun mit dem reuigen Akt des Fastens begrüßt wurde. So symbolisieren diese zwei Zeiträume gemeinsam den Kreislauf von Sünde, Reue und Vergebung. 

Wie entstand der Gardetanz?

Zu einer Prunksitzung gehört der Gardetanz. Aber wo kommt er her?

Die Entstehung des uns heute bekannten Gardetanzes geht zurück auf die 1920er und 1930er Jahre. Man leitete die Schrittkombinationen vom Revuetheater ab. Ein typisches Merkmal ist die Kleidung. Die „Uniformen“ lehnen sich an die Mode des 18. Jahrhunderts an. Ganz traditionell getragen gehört der Dreispitz als Kopfbedeckung mit Perücke mit weißen Locken, eine Uniformjacke, ein Spitzenjabot, ein kurzer Rock mit Petticoat, Strumpfhose und Ballettbody zum Kostüm. Die Farben sind meist blau gehalten.

Ursprünglich war der Tanz als Marsch mit wechselnden Formationen zwischen Halbkreis, V-Form, Sternen und Diagonalen als eleganteste Form getanzt. Mit der Polka wurden Schritte aus dem Ballett übernommen und akrobatische Leistungen hinzugefügt (Rad, Überschlag, Spagat, Bögen). Die letzte Unterart wird durch die Moderne bestritten. Sie mischt alle Stilrichtungen und übernahm Schritte aus dem Jazztanz, dem amerikanischen Modern Dance und dem klassischen Ballett. (Quelle: tanzen lernen).

Woher kommt der Name Karneval, Fasching oder Fas(t)nacht?

Die Bezeichnungen lassen sich wie folgt ableiten:

Karneval: Das lateinische Wort "Carnelevare" und dessen mittelalterliche Form "Carnelevale" bezeichnen "Abschied vom Fleisch" oder "das Fleisch wegnehmen". In Klöstern bezeichnete man das Festmahl und den Trunk vor Beginn der Fastenzeit mit "Carnevalamen" oder "Carnispivium". "Fastnacht" galt vorerst nur für die Nacht vor Beginn der Fastenzeit. Aufzeichnungen aus dem 13. Jhd. berichten von Kirchenfesten mit Anwesenheit des Papstes.

Es bestand aus einem Gelage und aus einem Turnier der römischen Ritter beim Monte Testaccio. „Dabei tötete man einen Bären (den Teufel, den Versucher unseres Fleisches), junge Stiere (den Übermut unserer Lust), einen Hahn (die Geilheit unserer Lenden, damit wir von nun an keusch und nüchtern leben im Kampf unserer Seele, um an Ostern würdig den Leib unseres Herrn empfangen zu können)“.

Von Maskerade ist hier noch nichts berichtet. In Deutschland ist das Wort „Karneval“ erstmals 1699 belegt. Zu dieser Zeit existierten die Begriffe Fasnacht und Fasching schon einige Jahrhunderte.

Fasching: geht sprachgeschichtlich auf das mittelhochdeutsche „vastschanc“, das bald auf vaschang verkürzt wurde und Ausschank vor dem Fasten bedeutet.      Fas(t)nacht kommt von „vas(t)(en)nacht und meint „Nacht vor dem Fasten“.   

Woher kommt der 11.11. und die Bezeichnungen der Faschingstage?

Ebenso wie vor Ostern, hat die alte Kirchenordnung dem Fest der Dreikönige eine vierzigtägige Fastenzeit allerdings unter Auslassung der Samstage u. Sonntage vorangestellt, die mit dem 12.November. beginnt. Der Vortag des Fastenbeginns, St. Martin, spielt eine bedeutende Rolle. Erntefest, Schlachtfeste, üppige Gelage bei Gesindewechsel und Ablieferung fälliger Abgaben an Gutherren u.

Klöster, ähnelten Fastnachtsfesten. Bedingt durch den 11.11. nutzten Faschingsgesellschaften im 19. Jhd. diesen Termin vor dem Adventsfasten zum Beginn der Faschingsvorbereitungen. Die echte Fasnacht beginnt jedoch mit Dreikönig. Durch die Regelung Papst Gregors beim Konzil von Benevent 1091 wurden die sechs Sonntage vor Ostern vom Fastenverbot ausgenommen als Erinnerung an die Auferstehung Jesu am Ostersonntag. Dadurch verlängert sich Fastenzeit um 6 Tage und beginnt mit Aschermittwoch 12.00 Uhr. Da Basel und einige reformierte Teile Badens sich aus Protest an die „alte“ kirchliche Kalenderrechnung halten, beginnt dort Fasnacht erst Montag nach dem ersten katholischen Fastensonntag. Zu den Bezeichnungen der Faschingstage:

Schmutziger Donnerstag kommt von (Schmotz =Fett), Fest mit üppigen, fetten Speisen; darauf folgt der „rußige Freitag“ an dem die Leute ihre Gesichter mit Ruß beschmierten. Danach kommt der Schmalzsamstag. Hier werden die Faschingskrapfen gebacken, die am Faschingssonntag, der Herren-, Pfaffen- oder Priesterfastnacht, mit fettgebackenen Speisen verzehrt wurden. Der Rosen- montag, begründet sich auf der Tradition, dass sich der Papst im Mittelalter mit einer Rose dem Volk vom Lateranpalast zeigte. Der Dienstag hat die Tradition, dass Fasching begraben oder verbrannt  wird. Am Aschermittwoch um 12.oo Uhr geht der Schlüssel wieder an die weltliche Macht zurück und das Volk kehrt in das „Schiff des Heiles“ ein (den Schoß der Mutter Kirche). Als Zeichen, dass alles Geld verjuxt, werden die Geldbeutel gewaschen. 

Der NARR

Unter "Narren" verstand man im Mittelalter Menschen, die sich außerhalb der herrschenden Gesellschaftsordnung bewegten und weder den christlichen Glauben, noch die kirchlichen Gesetze beachteten. Man unterschied zwischen, "natürlichen Narren" und "Schalknarren". "Natürliche Narren" waren Jene , die von Natur aus körperliche oder geistige Behinderungen hatten und nach Volkes-meinung von Gott gekennzeichnet bzw. bestraft waren; ein altes Sprichwort lautete "hüte dich vor den Gezeichneten! Schalknarren waren die Personen, die sich berufsmäßig zur Unterhaltung von Publikum auf Straßen/Jahrmärkten närrisch gebärdeten und in überzeichneter Form unzulängliches oder eigenwilliges Verhalten von Personen und/oder der Gesellschaft kritisch anprangerten. Einige dieser mittelalterlichen Narren betrieben ihr närrisches Wirken als ein Aufbegehren und Kritik gegen das damalige politische und geistliche System. Till Eulenspiegel war z.B. einer jener "Systemkritiker". Dieser Außenseiter war ein "homo emunctae naris", also ein Mensch mit scharfer Beobachtungsgabe, der seine Nase (lat. Naris) in alle Dinge steckt. Aus dem Althochdeutschen "narro" entwickelte sich das neuhochdeutsche Wort "Narr". Manche weltliche oder geistliche Herrscher hielten sich "Hofnarren", die das "Ohr am Volk" hatten und dessen Meinungen, Forderungen und Wünsche in kritischer und launiger Form ungestraft wiedergeben konnten. Bekannte Narren: Hofnarr des Kurfürsten von Sachsen, August dem Starken war Joseph Fröhlich aus Bad Aussee. Narren der Theaterbühne waren der italienische Arleccino (Harlekin) und der Bajazzo, sowie auf der Wiener Volksbühne der „Hans Wurst“. Im 19 Jhd. wandelte sich die Bezeichnung „Faschingsnarr" für jene Gruppe Menschen, die sich während der Faschingszeit in Gemeinschaften dem Frohsinn und der Fröhlichkeit widmen. Es entstanden Brauchtumsgruppen, die Karnevalsgesellschaften, Zünfte, usw.             

Heute: die Narrenzahl 11: 

Die Zahl 11 hat ihren Ursprung in der christlichen Lehre der katholischen Kirche: 11 wird als Sinnbild der Sünde verstanden, denn sie überschreitet die Zehnerzahl und somit die 10 Gebote Gottes. Nach dem Matthäusevangelium wurden "um die elfte Stunde die Müßiggänger in den Weinberg geschickt". Die 11 Stunde wird als die letzte Stunde vor der Umkehr am Aschermittwoch und dem Weltgericht gedeutet. Für die Kirche steht der Narr in seinem, nach seinem Willen gewählten, Verhalten während der Faschingszeit teilweise Übertreter des Gesetzes außerhalb der religiösen Vorschriften und Normen. Es wurde ihm daher die Zahl 11 beigegeben. Darstellungen auf Gemälden alter Meister zeigen den Narren oft in Verbindung mit der Zahl 11. Auch bei der 11er Messe Sonntagvormittags versammelten sich die Männer der Gemeinde im Wirtshaus, anstatt zur Kirche zu gehen. Die Faschingsgesellschaften haben diese alten Überlieferungen aufgegriffen und die Zahl 11 als die Glückszahl der Narren festgelegt. Feste und Jubiläum von Faschingsvereinigungen werden auch bei der Elferzahl gefeiert. Andere Auslegungen der Bedeutung der Zahl 11, dass sie aus den Anfangsbuchstaben des Kampfrufes der franz. Revolution "Egalité  Liberté Fraternité" abgeleitet wurde, sind nicht haltbar, da die Zahl 11 zeitlich schon vor der franz. Revolution in Zusammenhang mit Narren erwähnt wurde.                  

Narrenmütze und der Elferrat

Mütze: Im Mittelalter hatten die Narren spezielle Kleidung, die in einigen Merkmalen von Tieren abgeleitet wurden. Der gezackte Hüftrock mit Schellen erinnerte an den Gockel als Symbol närrischer

Wachsamkeit, die Narrenmütze mit großen Eselsohren war Zeichen närrischer Hellhörigkeit. Mit Beginn des vereinsmäßigen Carnevals im Rheinland im 19.Jhd. war ursprünglich lediglich die Kappe das Zeichen der Mitgliedschaft zu einer Karnevalsgesellschaft. Die heutige klassische Narrenkappe hat die stilisierte Form eines Schiffes und sollte ursprünglich in der „närrischen Gegenwelt“ als „Narren-schiff“, Gegenwelt zur kirchlichen Darstellung des „Schiff des Heiles“ bilden. Die Schelle(n) am Kappenzipfel sind den höfischen Kleider-sitten des Mittelalters nachempfunden.

Der Elferrat geht auf die französische Revolution zurück. Er stellte eine Persiflage der Revolutionstribunale dar und sollte in der Zeit der Besetzung des Rheinlandes Forderungen als Narreteien aufzeigen. In unserer Zeit ist eine der wesentlichen Aufgaben des Elferrates die Organisation der Faschingsaktivitäten des Vereines.

Heute: der Orden

Die uniformartige Kleidung der Mitglieder und Garden der Faschingsgesellschaften erinnert oft an die französischen Besatzungstruppen im Rheinland bzw. des Militärs autoritärer Herrscher und damit der Unterdrückung freier Meinungsäußerung. Die Dekoration mit einer Unzahl an Faschingsorden sollte ursprünglich die Geltungssucht mancher Persönlichkeiten des öffentl. Lebens persiflieren. Im Laufe der Zeit wandelte sich jedoch die Bedeutung der Orden vom Juxartikel zum Erinnerungs-, Dankes- und Ehrenabzeichen sowie   Haus- und Jahresorden der Gesellschaften.

(Quelle: Internet) 

 

 

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